Kapitel 1 – Zeitraum vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg
Die erste Auswanderungswelle der Eismacher aus dem Veneto in die nordeuropäischen Länder zu Beginn des letzten Jahrhunderts war eine saisonale Bewegung männlicher Arbeitskräfte. Die Männer verließen ihre Heimat im Frühjahr und kehrten im Herbst zurück; die meisten von ihnen verkauften Eis auf der Straße.
In dieser Phase kümmerten sich die Frauen, die Ehefrauen der Saisonarbeiter um Haus, Feld, Tiere und Kinder. Für die Frau bedeutete das monatelange, schwere Arbeit auf den Feldern und in den Bergen. Schließlich war der soziale Kontext, aus dem die ersten Eismacher hervorgingen, rein ländlich-bäuerlich. Und es war die typische Rolle der Frauen in der Region Venetien zu Beginn des Jahrhunderts, während ihre Männer zu Hause, als Landarbeiter für andere oder als Saisonarbeiter in der Fremde tätig waren.
Es war ein Leben, das der Familie, dem Haus, der Pflege des Hofes und der Tiere gewidmet war, sei es auf den eigenen Feldern oder als Pächter. Nur der sonntägliche Besuch der Messe, eine Hochzeit, eine Taufe oder eine Beerdigung boten den Frauen eine Ausnahme vom Alltag.
